Fotomarathon München 2012

Kurzfassung:
Die Zeit der Testläufe ist vorbei, am Samstag ging es zum Fotomarathon 2012 nach München.
Ein kompletter Tag im Zeichen der Fotografie, jede Menge nette Leute getroffen, keine größeren Probleme gehabt und am Ende eine Fotoserie abgeliefert, mit der ich total zufrieden bin.
Dafür möchte ich von dieser Stelle nochmal ein riesengroßes Dankeschön an das gesamte Team des Fotomarathons senden.

 
Und jetzt kommt die lange Version:
Mein Tag begann sehr früh, weil ich seit der Bitsundso 300 ein wenig Respekt vor der Dauerbaustelle bei Holledau habe. Zurecht, denn ich hab über zwei Stunden von unserer Haustür in Regensburg bis zum Parkhaus am Hofbräukeller in München gebraucht. Trotzdem war ich viel zu früh da und hatte genug Zeit für ein deftiges Frühstück am Wiener Platz und die erste Runde Fotoschnack vor dem Hofbräukeller.

Weiter ging’s mit Anmeldung, Warten, Fotoschnack, Bapf und Anita treffen, noch einen Kaffee trinken und dann den zwei kurzen Ansprachen vom Organisator und Schirmherrn lauschen – inklusive der Verkündung des Überthemas Am Rande des Lichts.

Dies führte zu den ersten Fragezeichen in den Gesichtern vieler Teilnehmer, mich eingeschlossen. Mittags um 11:00 Uhr bei stark bewölktem Himmel und total diffusem Licht ist das nicht gerade einfach.

Die Ausgabe der des ersten Themenblocks mit den Aufgabe 1-6 machte die Sache nicht besser:

01. Sonne im Herzen (inkl. Startnummer)
02. Lichtspiel
03. Über seinen Schatten springen
04. Lichtfänger
05. Die dunkle Seite (der Macht)
06. Ein lichter Moment

Ein wenig mehr Abwechslung bei der Themenauswahl hätte ich mir gewünscht, aber das war ja hier kein Wunschkonzert. Bereits bei der Motivsuche für das erste Thema verlor ich Bapf und Anita aus den Augen und war plötzlich allein am Wiener Platz und echt froh über MVV- und Stadtplan, die im Starterpaket waren.

Auf dem Weg zur U-Bahn hab ich doch dann tatsächlich den Oli (Apographon) getroffen, der in einem Straßencafé über den Themen grübelte. Nach einem kurzen Schnack war es dann bereits 12:00 Uhr und ich hatte gerade mal das erste Bild im Kasten.

Mit der U-Bahn gings dann allein zum Odeonsplatz, von wo ich mich einfach kreuz und quer durch die Altstadt bzw. Fußgängerzonen bzw. Touristenmeilen treiben ließ. Keine akribische Vorbereitung mit Internetrecherche sondern 100% Spontanität und den 180° Scanblick aufgesetzt in der Hoffnung, dass die Motivklingel nur oft genug ring-ring macht.

 

Aber schauen wir uns die Bilder doch einfach mal an…

01. Sonne im Herzen

01. Sonne im Herzen (inkl. Startnummer)

Wer hat mehr Sonne im Herzen als die Italiener? Und mit etwas Fantasie hat der Kühlergrill des Alfas auch ein klein wenig Herzform. Die Starternummer auf dem geliehenen IPad war jetzt nicht die Überidee, weil ich sie auch bei einigen anderen gesehen habe, aber besser als den Rucksack mit der ‚offiziellen‘ Starternummer fand ich es allemal. Da dies einer der wenigen sonnigen Momente des Tages war, sieht man sogar, dass der Alfa ‚am Rande des Lichts‘ steht.

 
 

02. Lichtspiel

02. Lichtspiel

Irgendwo in den Untiefen bzw. Seitengassen der ‚Fünf Höfe‘ fand ich diese glitzernde Lichtinstallation. Dieses schwache Lichtspiel vor dunklem Hintergrund zusammen mit den starken Lichteinfall in den Arcaden in der Unschärfe erzeugt einen sehr starken Helligkeitskontrast, perfekt für das Oberthema ‚am Rande des Lichts‘.

 
 

03. Über seinen Schatten springen

03. Über seinen Schatten springen

Dieses Thema war ein harter Brocken. Ich wäre ja echt gerne ‚über meinen eigenen Schatten gesprungen‘ und hätte zwei beliebige Passanten gefragt, ob sie für mich gegenseitig über ihre Schatten springen, aber ein Himmel voll dicker, tiefgrauer Wolken machte dies leider unmöglich. Man darf es wohl Glück nennen, dass ich an diesem Sportgeschäft vorbeikam und ich einen Puma bekam, der über den Schatten meiner Reflektion springen konnte. ‚Am Rande des Lichts‘ kommt wegen dem bedeckten Himmel leider nicht so gut raus, denn eigentlich hocke ich direkt im Eingang zu einer überdachten Passage. Außerdem musste ich hier etwas überbelichten, damit meine eigene Spiegelung gut rauskommt.

 
 

04. Lichtfänger

04. Lichtfänger

Ich stand auf dem Marienplatz und wollte eigentlich einen Touristen asiatischer Herkunft mit einer dicken DSLR von schräg hinten unscharf mit seinem Motiv scharf im Hintergrund ablichten. Dank eines kurzen Regenschauers hab ich mich aber irgendwo untergestellt und dabei diesen dunklen, tiefen Hinterhof entdeckt. Die Pflanzen müssen sich mächtig strecken, um überhaupt noch etwas Licht zu fangen, und auch ich durfte die Blende ganz schön aufreissen und an den ISO schrauben, um noch genug Licht zu fangen um die Pflanzen einigermaßen korrekt zu belichten. Ein völliges Ausbrennen des Himmels musste ich dabei in Kauf nehmen. Mit HDR wär das nicht passiert, aber wir arbeiten hier ja am Rande des Lichts.

 
 

05. Die dunkle Seite (der Macht)

05. Die dunkle Seite (der Macht)

Ich war kurz versucht, in ein Spielwarengeschäft zu gehen und mich am Starwars bzw. Lego Regal auszutoben. Aber diese Idee hatten vermutlich auch andere Teilnehmer, weswegen ich mich dagegen entschied. Ich war immer noch am Marienplatz und da war das Rathaus zum Thema Macht schonmal nicht schlecht. Allerdings war in den öffentlich zugänglichen Bereichen auf den ersten Blick nichts zu finden, das irgendwie mit der dunklen Seite zu tun hatte. Bei genauerem Hinsehen ist mir dann dieses Bleiglasfenster aufgefallen. Die Augen des Mönchs haben wohl irgendwie ihre Färbung verloren und geben dem guten Herrn doch ein wenig Sith-Feeling.
Who’s your Daddy..?
Am Rande des Lichts war hier natürlich auch gegeben, das Fenster war im echt dunklen Eingangsbereich zum Rathauscafé mit dem wesentlich helleren Innenhof als ‚Hintergrundbeleuchtung‘.

 
 

06. Ein lichter Moment

06. Ein lichter Moment

Diese Idee für dieses Foto hatte ich sofort beim ersten Durchlesen der Aufgaben. Ich habe ein fast identisches Bild vor zwei Jahren im Petersdom in Rom geschossen, und deshalb galt es eigentlich nur, eine Kirche mit einem passenden Kerzentisch zu finden und den richtigen Moment abzuwarten. Wäre ich in die Frauenkirche und nicht in die Sankt Peter Kirche gegangen, hätte ich vielleicht auch den ‚Fußabdruck des Teufels‘ gesehen und hätte nochmal über Thema 5 nachdenken können. Aber solche Motive kennen halt nur die Locals. In der Kirche war ich dann so am Rande des Lichts, dass der Autofocus leider etwas daneben lag und die Hand, die gerade eine Kerze entzündet, nicht 100%ig scharf ist. Meiner Meinung nach tut dies der Wirkung des Bildes keinen Abbruch. Interessanterweise habe ich dieses Motiv jetzt schon von einigen Teilnehmern als ‚Hoffnungsschimmer‘ (Aufgabe 11) gesehen.

 
 

Zeitlich hat das alles gut geklappt, ich hatte nach dem letzten Motiv noch eine gute Stunde, um mir einen Bildreview-Kaffee und eine kleine Erholungspause für Schultern und Beine zu genehmigen, bevor ich zur Zwischenstation am Sendlinger Tor gelaufen bin. Dort hab ich auch meine Mitstreiter wieder getroffen und es stand wieder ein wenig Fotoschnack an. Pünktlich um 15:00 gab es dann die Themen 7-12, ein trockenes Schokobrötchen vom Backereisponsor und die Info, dass wir bis 19:00 wieder am Ausgangsort, dem Hofbräukeller, sein mussten.

Die Themen 7-12 waren dann:

07. Lichter der Vorstadt
08. Lichtkunst
09. Scheinwelten
10. Randgestalten
11. Hoffnungsschimmer
12. Feuer und Flamme

Auch dieser Themenblock hatte es in sich, und gerade beim Thema 7 war ich heilfroh, dass ich mich an Bapf und Anita hängen konnte, denn allein durch Münchner Vorstädte zu ziehen, hätte leicht zu zeitlichen Problemen und nicht arbeitenden Motivklingeln führen können.

Let’s go!

07. Lichter der Vorstadt

7. Lichter der Vorstadt

Bapf hatte die richtige Idee: das Olympiadorf von 1972. Betonklotzhochhäuser wohin man blickt. Fehlt nur noch das passende Licht. Und was soll ich sagen, ich hab es nachmittags um 16:00 nicht gefunden. Im Bungalowpark bin ich dann doch fündig geworden. Die blühenden Blumen als Lichter im übertragenen Sinne vor trister Betonkulisse inklusive Wegwerfgrill und Einkaufswagen. Bei diesem Bild war ich auch kurz davor, mich von der Schwarzweiss-Fotografie zu verabschieden, um das Gelb der ‚Blumenlichter‘ zu pushen, aber zum Wohle der Gesamtserie hab ich mich dagegen entschieden.

 
 

08. Lichtkunst

8. Lichtkunst

Vom Olympiadorf zum Tollwood ist es ja nur ein kurzer Fußmarsch. Vorausgesetzt, man kann durch das Olympiagelände gehen und muss nicht wegen einer Großveranstaltung komplett außenrum gehen. Das hat ganz schön Zeit gekostet und an Kräften und Nerven gezerrt. Am Tollwood angekommen war das aber alles sofort wieder vergessen. Motive ohne Ende auf engstem Raum.

Vor dem Schiessen nach Erlaubnis fragen hat sich hier echt ausgezahlt. Ohne Nachfrage ernteten wir doch fast immer böse Blicke, mit Nachfrage dagegen fast immer eine Erlaubnis und ein interessantes Gespräch. Die beiden Laternen habe ich in einer dunklen Becks-Spelunke gefunden. ‚Am Rande des Lichts‘ Galore.

 
 

09. Scheinwelten

9. Scheinwelten

Tollwood, Teil 2. Was ist mehr Schein als eine Schaufensterpuppe? Hoch in den Himmel gehängt und von einem Baustrahler beschienen. Perfekte Scheinwelt. Einsetzender Regen hat mich leider davon abgehalten, etwas mehr mit der Belichtung zu spielen um den Himmel besser rauszuholen und dem ‚Rande des Lichts‘ noch besser gerecht zu werden.

 
 

10. Randgestalten

10. Randgestalten

Ein letztes Bild hab ich noch vom Tollwood. Eine Jason (Freitag, der 13.) Voodoopuppe geht ja wohl astrein als Randgestalt durch. Gesehen hab ich die netten Gesellen in der dunkelsten Ecke eines sehr skurillen Schmuckstandes. ‚Am Rande des Lichtes‘ – Check.

Nettes Detail: Der Bapf hat fast das identische Motiv als ‚Scheinwelt‘ verwendet.

 
 

11. Hoffnungsschimmer

11. Hoffnungsschimmer

Mit der Tram ging es zurück in die Innenstadt, genauergesagt zum Stachus und von dort wieder grob Richtung Marienplatz/Odeonsplatz. Die Zeit wurde langsam knapp, es fing an zu regnen, die Köpfe waren leer – jetzt kam richtiges Marathonfeeling auf.

Die Idee für die Location war wieder mal dem Bapf zu verdanken, denn in der Bürgersaalkirche wurden wir alle zum Thema Hoffnungsschimmer fündig. Allein wäre ich vermutlich einfach vorbeigelaufen und hätte die eher unscheinbare Fassade nicht als Kirche ausgemacht.

Während sich meine Mitstreiter auf die zahlreichen Statuen und Kerzentische in den Seitenschiffen konzentriert haben, wollte ich eigentlich nur einen Moment am Eingang innehalten und überlegen, als mir das niedrige Mittelschiff mit den betenden Personen und der erleuchteten Marienstatue im Zentrum als perfektes Motiv für das Thema Hoffnungsschimmer ins Auge gefallen ist. Extrem knapp belichtet, um die Privatsphäre der Betenden zu wahren und den Schimmer der Lichtinstallation zu verstärken, ist auch dem allseits präsenten Überthema Genüge getan.

 
 

12. Feuer und Flamme

12. Feuer und Flamme

Jetzt war die Zeit schon richtig knapp, die Ideen echte Mangelware und die kreative Energie näherte sich allmählich ihrem Ende. Das dieses Thema die Campari-Sonderaufgabe beinhaltete, machte es nicht leichter. Um die Gesamtserie nicht zu gefährden, habe ich das Campari-Thema erstmal in den Hintergrund gestellt und mir überlegt, wofür man ‚Feuer und Flamme‘ sein kann. In der Kaufingerstraße in München gibt es auf diese Frage nur eine einzige Antwort: SALE SALE SALE.

Also galt es, ein schön ausgeleuchtetes, ansprechendes Schaufenster zu finden und entsprechend in Szene zu setzen. Im stömenden Regen. Das überklebte Wort FINAL gibt einen schönen Abschluss für die Gesamtserie, die knappe Belichtung im Regen sorgt für die passende Umsetzung des Überthemas. Das Bild hat mir am Ende so gut gefallen, dass ich dafür in Kauf nehmen muss, die Bacardi-Ansprüche nicht so wirklich erfüllt zu haben.

 
 

Zurück im Hofbräukeller ging es dann an das Aussortieren der Bilder in der Kamera. Ich war unter Zeitdruck und hatte ich während der ganzen Aktion das ungute Gefühl, beim nächsten Bild einmal zu viel die Löschtaste zu drücken. Hat aber alles geklappt und so konnte ich um 18:50 meine Speicherkarte mit den 12 finalen Bildern abliefern und dafür mein Goodiepaket inklusive Urkunde und einer großen Campariflasche in Empfang nehmen.

Den Abend bei einem Bierchen im Biergarten ausklingen lassen war dann der krönende Abschluss vor der Heimfahrt nach Regensburg, wo ich nach einer heißen Dusche und einem kurzen Plausch mit meiner Frau wie ein Stein ins Bett gefallen bin.

Was für ein gelungenes Event – Da freut man sich schon richtig auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

5 Comments

  1. 2012/07/24 at 10:48 · Reply

    Falls es dir möglich ist, wirf mal einen Blick in die SZ, Münchenteil R3.
    Das Motiv dürfte dir bekannt vorkommen.

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